Das Warten leid: Eltern stemmen Schul-Digitalisierung selbst

"Irgendwann war der Förderverein der Mülheimer Schule das Warten leid. Via Spendenprojekt setzt das Gymnasium Heißen nun voll auf Digitalisierung.
Das Gymnasium Heißen startet durch beim Thema Digitalisierung. »Corona hat uns deutlich gemacht, dass die Schule in diesem Bereich noch in den Kinderschuhen steckt«, sagt Thorsten Dimnik, Vorsitzender des Förderkreises am Gymnasium.

Auch in den langen Monaten des pandemiebedingten Homeschoolings habe sich wenig an dem Zustand geändert. Die Stadt konnte kaum helfen, und an staatliche Mittel zu gelangen, ist aufwendig. Irgendwann waren Dimnik und seine Mitstreiter das ewige Warten und Vertrösten leid, »wir haben die Sache selbst in die Hand genommen«. Sie riefen die Spendenaktion »digi21« ins Leben und sind erfolgreich damit: Seit Januar sind bereits 65.000 Euro zusammengekommen. Und das Ende der Fahnenstange ist längst noch nicht erreicht, glaubt Dimnik.

Der 57-jährige Unternehmer hat zwei Söhne auf dem Gymnasium und ihm war schon früh aufgefallen, »dass dort vor allem technische Infrastruktur fehlt«: also etwa digitale Tafeln, die selbst an einigen Grundschulen längst zum Equipment gehören. Von dem bisher gesammelten Geld können in einem ersten Schritt elf dieser Boards angeschafft werden. Sie weisen eine Bildschirmdiagonale von 2,17 Metern auf, sind also auch aus der letzten Reihe noch gut zu sehen. Zudem hat die Stadt fünf digitale Tafeln beigesteuert und eine weitere wurde gespendet.

In den Sommerferien sollen 17 Klassenzimmer mit der neuen Technik bestückt werden 
In den Sommerferien sollen Lehrer geschult und 17 Klassenzimmer mit der neuen Technik bestückt werden, berichtet Dimnik. Die klassisch grünen Tafeln werden wohl verschwinden, und auch Kreide wird in Heißen bald ein Fremdwort sein. Links und rechts der digitalen Oberflächen werden Whiteboards angebracht, die sich vor die neue Tafel klappen lassen und mit Eddings oder ähnlichem beschrieben werden können.

Durch einen Spendenlauf Anfang September, an dem Schüler, Lehrer und sogar die Schulleitung teilnehmen wollen, erhofft sich der Fördervereinsvorsitzende weitere Einnahmen: »Wir rechnen mit 30.000 bis 35.000 Euro.« Es stünden zudem noch Spenden von Mülheimer Unternehmen aus – und man setze darauf, dass sich noch Förderer finden lassen. Das Ziel ist ein gutes, »und da gibt es durchaus Leute, die man nicht lang überzeugen muss«. In den Herbstferien sollen weitere elf oder zwölf digitale Tafeln installiert werden..."

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