"Lernschwache bleiben auf der Strecke"

Nach der Befreiung vom Präsenzunterricht betonen Schulleiter, dass vor allem für Grundschüler digitaler Distanzunterricht nicht optimal ist.
»Als verwirrend« bezeichnen mehrere Velberter Schulleiter die Regelungen, dass seit Montag niemand mehr seine Kinder in die Schule schicken muss. »Gleich am Montag hatten wir 75 Eltern, die ihre Kinder vom Unterricht befreien wollten«, sagt Jens Bullmann.

Der kommissarische Leiter der Gesamtschule Velbert-Neviges beklagt, dass die Eltern nicht bedacht haben, dass bei der Befreiung vom Präsenzunterricht die Pflicht zur Teilnahme am Distanzunterricht besteht.
Für die Lehrer stelle die neue Situation ein Problem dar: »Gleichzeitig den Präsenz- mit dem Distanzunterricht zu verknüpfen, das geht nicht«, ist Bullmann überzeugt. Das hänge nicht nur mit der unterschiedlichen Vorbereitung des Lernstoffs zusammen, sondern auch mit technischen Voraussetzungen: »Wir haben noch kein W-Lan, die Kabel sind zwar gezogen, die Router sollen erst im nächsten Jahr kommen«, stellt der Pädagoge fest, der seine Kollegen lobt, die in die Schulsoftware Iserv alle ihre Aufgaben gestellt haben, damit diese auch benotet werden können.

Ein weiteres Problem ist die Ausstattung der Schüler mit den digitalen Endgeräten. »Zur Not geht auch ein Handy, wobei ein Tablet oder Laptop natürlich besser sind.« Die vom Schulträger Stadt Velbert versprochene Ausstattung ist noch nicht da, der Förderverein konnte fünf Laptops zur Verfügung stellen. Am Freitag endet der Schulbetrieb an der jüngsten Velberter Schule: »Dann gibt es nur noch eine Notbetreuung, für die bis jetzt aber noch keine Anmeldungen vorliegen«, so Jens Bullmann und blickt auf Sonntag, 10. Januar. »Wir warten ab, wie es weiter geht. Wir hoffen, dass wir nicht erst am Sonntagabend die Informationen erhalten, um dann reagieren zu müssen.«..."

Zum Artikel der Westdeutschen Zeitung.de.