Studie: Viele Jugendliche fühlen sich in einer datengetriebenen Welt ausgeliefert

"Künstliche Intelligenz ist auf dem Vormarsch. Egal ob die Entwicklung als Bedrohung oder Chance wahrgenommen wird: Die Vorbereitung junger Menschen auf eine von datenbasierter Künstlicher Intelligenz geprägten Welt ist eine zentrale Aufgabe digitaler Bildung. Wie Jugendliche selbst die Situation einschätzen, haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in einer internationalen Studie untersucht.
Künstliche Intelligenz (KI) gilt vielen als das »große Ding« der künftigen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklung. Bereits heute durchdringen datenbasierte KI-Anwendungen viele Bereiche des alltäglichen Lebens, darunter nicht zuletzt die Schule. Damit verbunden sind zugleich Hoffnungen und Ängste, Potenziale und Risiken. Die Technik schreitet rasant voran. Trotz heftiger Diskussionen werden viele Menschen mittlerweile an vielen Stellen überrascht vom Einsatz künstlicher Intelligenz, etwa von lernenden Chatbots in Telefonschleifen.»Ob KI in Zukunft so gestaltet wird, dass sie dem gesellschaftlichen Fortschritt dient, ist auch davon abhängig, inwieweit Menschen in der Lage sind, diese Technologien im Hinblick auf ihre sozialen und demokratischen Konsequenzen kritisch zu bewerten.« Ist Emilija Gagrčin, Medien- und Kommunikationswissenschaftlerin am Berliner Weizenbaum Institut, überzeugt.

Viele junge Menschen in Europa verfügen allerdings nur über rudimen

täres Wissen darüber, wie KI-Anwendungen Daten im Netz sammeln, auswerten und verarbeiten, zeigen jetzt die Ergebnisse einer internationalen Studie der Emilija Gagrčin mit sechs anderen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern untersucht hat, welche Einstellungen Jugendliche in Europa gegenüber dem Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) haben. Befragt wurden 3.000 junge Erwachsene im Alter von 18 bis 30 Jahren in Deutschland, Frankreich, Griechenland, Italien, Polen und Schweden.

»Das Ziel unserer Studie war es herauszufinden, wie die Jugend in Europa KI wahrnimmt«, so Gagrčin. »Da junge Menschen sich neue Technologien am schnellsten zu eigen machen, ist es wichtig zu verstehen, wie sich ihre Einstellungen dazu entwickeln.« 

»Datafizierung« und Privatsphäre 
Die befragten Jugendlichen gaben an, dass ihnen die zunehmende Datafizierung aller Lebensbereiche Sorge bereite. Die überwiegende Mehrheit (70 Prozent) fürchtet, dass ihre Daten im Netz missbraucht und unrechtmäßig zwischen Unternehmen weitergegeben werden könnten. Gleichzeitig sind 40 Prozent der Meinung, dass Nutzerinnen und Nutzer wenig Einfluss darauf haben, was mit ihren Daten im Netz geschieht. 63 Prozent sind der Ansicht, dass die Art und Weise, wie soziale Medien Daten erfassen, der Demokratie zumindest teilweise Schaden zufügen kann.

Die Studie zeigt außerdem, dass vielen jungen Menschen nicht bewusst ist, wie Daten im Netz erhoben, verarbeitet und weitergegeben werden. Die Mehrheit der Befragten (57 bzw. 68 Prozent) glaubt, dass Unternehmen keine Informationen über ihre politische Gesinnung oder religiöse Überzeugung haben. »Unsere Befunde unterstreichen, dass junge Menschen die Reichweite moderner Datenerhebungspraktiken unterschätzen« so die Co-Autorin Nadja Schaetz. »Damit fehlt ihnen auch das Wissen, die Folgen und potenziellen Gefahren der Datafizierung richtig einschätzen zu können.« ..."

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