Emotional auffangen: Erstklässler gehen wieder in die Schule

"Langsam kehrt das Leben zurück in die bayerischen Grundschulen. Seit heute dürfen auch Erstklässler wieder zum Präsenzunterricht. Die Lehrer sind mit Unterstützung für den Heimunterricht und Unterricht in den Klassenzimmern nun doppelt gefordert.
Es ist 7.30 Uhr im Münchner Osten. Vor dem Gebäude der Grundschule Berg-am-Laim stehen Eltern, Schüler und Lehrer und warten auf den Einlass. Normalerweise gehen 540 Kinder unterschiedlicher Nationen in die Schule.

Kinder strahlen wie die Sonne am Morgen
Seit vergangener Woche haben die Viertklässler wieder Präsenzunterricht, was den neunjährigen Edward Stickland sehr freut. »ch fand es aber auch ein bisschen schade, dass wir kein Sport und kein Ethik haben, sondern nur die drei Hauptfächer«, sagt er. »Aber sonst gefällt es mir hier.« Auch sein Vater Terry Stickland ist froh, dass seine beiden Söhne wieder zur Schule gehen können. Die soziale Isolation der vergangenen Wochen habe er den beiden angemerkt. »Jetzt strahlen sie wieder, wie die Sonne heute Morgen«, sagt Terry Stickland und lacht.

Kinder emotional unterstützen
Es kehrt Leben zurück in die Schulflure, darüber freut sich auch Rektor Michael Hoderlein-Rein. »Die Kinder sind sehr froh, wieder in der Schule zu sein, wie die Lehrkräfte auch«, berichtet er. Nicht die inhaltliche Seite sei jetzt das große Problem. Das könne man aufholen. »Sondern die Lehrkräfte müssen sehen, dass sie die Kinder emotional auffangen.« 

Das heißt, zum einen zu schauen, wie es ihnen in den vergangenen Wochen zuhause ergangen ist. Zum anderen ihnen durch diese Ausnahmesituation zu helfen. Sie aufzuklären und zu unterstützen, ohne ihnen Angst zu machen.

Viele Lehrerinnen und Lehrer fehlen
Die Grundschule Berg-am-Laim versucht, auch Eltern und Vorschulkinder aktiv bei der pädagogischen Arbeit einzubinden. Wie vor der Corona-Pandemie können Schülerinnen und Schüler den ganzen Tag betreut werden, wenn die Eltern es wollen. Die meisten Schüler bleiben aber noch nicht so lange in der Schule.

Die Organisation der Klassen und die Umsetzung des Hygienekonzepts bleibt eine Herausforderung für die Pädagogen, erklärt Michael Hoderlein-Rein. Denn zahlreiche Lehrerinnen und Lehrer fehlen, weil sie zum Beispiel schwanger sind oder zur Risikogruppe gehören. Also teilen sich die vorhandenen Lehrkräfte die Unterrichtsstunden und die Betreuung in den anstehenden Pfingstferien auf. Da bleibt die Schule nämlich geöffnet..."

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