Corona-Krise: Schweizer Erfahrungen mit digitaler Schule

"Seit Beginn der Corona-Schutzmaßnahmen gehört digitaler Unterricht zum Schulalltag – auch in der Schweiz. Verglichen mit Deutschland sind die Schulen dort technisch besser ausgestattet, dennoch wurden während der Pandemie Schwachstellen sichtbar.
Beim Unterricht an der Projektschule der Gemeinde Goldau in der Zentralschweiz tippen gerade alle Schüler auf Smartphones. Was anderswo streng verboten ist, gehört hier seit Jahren zum Unterrichtskonzept. Wer kein eigenes Handy hat, dem stellt die Schule in Kooperation mit einem Hersteller sogar einen Tablet-Computer zur Verfügung.

Mit einer speziellen Software werden die Geräte eingebunden in den Unterricht, der sich von herkömmlichen Schulstunden deutlich unterscheidet, viel offener ist - erläutert Schulleiter Christan Neff. Es sei nicht so wie früher, dass alle Schüler zur selben Zeit, die gleichen Aufgaben bearbeiten. Der eine höre vielleicht ein Diktat und schreibe das nieder, ein anderer sei am Wörterlernen. »Und ganz sicher hat es ganz viele Schüler«, so der Schulleiter, »die haben auch das Tablet oder das Handy nicht in der Hand, also Sie müssen sich nicht vorstellen, bei uns hocken sie jetzt nur hinter diesen Bildschirmen.« Es geben zum Beispiel auch Gruppenarbeit.

Technisch besser ausgestattet als Schulen in Deutschland
Bei der technischen Ausstattung der Schulen steht die Schweiz laut dem im Mai veröffentlichten Schul-Barometer der Pädagogischen Hochschule Zug besser da als Nachbar Österreich und viel besser als Deutschland. Auch bei der Nutzung von Online-Lernplattformen schneiden die Schweizer deutlich besser ab als die Deutschen. Doch so digital, wie in der Projektschule Goldau, geht es längst nicht überall zu.

Educa, die Fachagentur für Bildung und Kultur, die sich im Auftrag der Berner Regierung und den mit den deutschen Bundesländern vergleichbaren Kantonen um die Digitalisierung des Bildungssystems kümmert, ist gerade dabei, bis zum Jahresende einen Überblick zu erstellen. »Es ist sehr heterogen. Es gibt Beispiele, die eine sehr gute Infrastruktur haben«, sagt Educa-Direktor Toni Ritz..."

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