Was tun, wenn in der Schule Pornofotos kursieren?

"Kurz vor Weihnachten kamen zwei Schüler der sechsten Klasse auf Hartmut Lüling zu, Leiter der Freien Schule Glonntal. Sie hatten über Whatsapp pornografische Bilder geschickt bekommen, die auch unter den älteren Schülern kursierten. »Hardcore« seien die Bilder gewesen, so Lüling, sodass sie »eine Weichenstellung im Seelenleben eines Kindes« darstellten, nicht nur eine Irritation. »Klar, dass man da sofort handeln muss«, sagt Lüling. Zum einen, um eine weitere Verbreitung der Fotos zu unterbinden, zum anderen, um den wahren Urheber des Versands ausmachen zu können, bevor er die Daten von seinem Handy löschen kann.

Und so griff der Schulleiter zu einer radikalen Maßnahme: Er ließ von allen Schülern der Klassenstufen sechs bis zehn die Handys einsammeln. Daraufhin wurden die Eltern per Mail informiert und gefragt, ob in ihrem Beisein die Handys angeschaltet und nach dem Fotomaterial gesucht werden dürfe. »Ein Riesenaufwand«, so Lüling. Bis auf sehr wenige Ausnahmen gaben die Eltern ihr Einverständnis. Dem einen oder anderen Elternteil sei die Kinnlade runtergegangen, erzählt der Schulleiter, als sich auf dem Smartphone des eigenen Kindes tatsächlich die Bilder fanden. Die meisten Eltern seien entsetzt gewesen und hätten Betroffenheit gezeigt..."

Zum Artikel der Süddeutschen Zeitung.de.