Homeschooling: "Wie vorher ist die Schule nicht" – Fünf Schüler über Unterricht in der Pandemie

"Videokonferenzen, Hausaufgaben aus der Tüte, Mathe mit dem Corona-Bus: Die Pandemie hat den Schulalltag massiv verändert. Kinder und Jugendliche erzählen, was gut war – und was nicht.
Monatelang war an den Schulen nichts mehr wie zuvor: Erst waren sie geschlossen und die Schüler mussten sich zuhause über Wochen alleine beschulen. Dann wurden sie wieder geöffnet, allerdings nur vorsichtig, und die Kinder in kleinen Gruppen und im Schichtbetrieb unterrichtet. Fünf Kinder und Jugendliche erzählen, wie sie die Monate seit der Schulschließung im März erlebt haben. 

Online-Unterricht ist ziemlich unpersönlich
Tiziana, 10. Klasse, Gemeinschaftsschule, Lörrach

Da ich bis zu meiner Prüfung letzte Woche in eine Abschlussklasse gegangen bin, hatte ich nicht so lange Homeschooling wie viele andere Schüler – nur bis Anfang Mai. Das ging ganz gut: Ein Mitschüler hat für uns auf der Plattform Discord eine Seite eingerichtet, über die unsere Lehrer uns per Video online unterrichtet haben. Der Unterricht konzentrierte sich auf die Prüfungsfächer Mathe, Deutsch und Englisch. In den Nebenfächern gab es nur freiwillige Aufgaben. Als die Schule dann wieder losging, wurden wir auch nur in unseren Prüfungsfächern unterrichtet, jeweils die halbe Klasse fünf Stunden pro Fach in der Woche.

Was mir am Homeschooling gefallen hat, war, dass man eine eigene Struktur fürs Lernen entwickeln konnte. Man konnte sich den Tagesablauf selbst einteilen, konnte auch mal ausschlafen und später durchstarten. Das hat gut geklappt. Unsere Lehrer haben sich echt Mühe gegeben und uns ihre E-Mail-Adressen und Telefonnummern gegeben, damit wir sie immer gut erreichen konnten. Unsere Klassenlehrerin hat uns auch angerufen, um zu sehen, wie es bei uns so läuft und um uns bei Problemen zu beraten.

Nicht so schön fand ich, dass der Online-Unterricht so unpersönlich ist. Ich finde, man hat sich online nicht so wohl dabei gefühlt, Fragen zu stellen, wie in der Schule. Die Lehrer können in der Schule vieles auch besser erklären. Teilweise war man zuhause schon sehr allein. Das ganze Leben hat sich praktisch im eigenen Zimmer abgespielt. Manchmal habe ich mich durch die ganze Situation etwas überfordert gefühlt. Zum Glück konnte ich mit Freunden über Videochat quatschen, das hat geholfen.

Nach den Sommerferien werde ich ein Gymnasium besuchen, wo ich Abitur machen will. Ich hoffe, dass der Schulbetrieb dann wieder normal läuft, denn ich finde es gerade in einer neuen Schule extrem wichtig, dass man Lehrer und Mitschüler persönlich kennenlernt..."

Zum Artikel der Badischen Zeitung.