Ein »fokussierter Blick« auf die Schüler*innen

"»Es läuft erstaunlich reibungslos«, das stellt der Leiter der Paul-Gerhardt-Schule in Dassel, Matthias Kleiner, fest. Bis Ende Januar, also bis zum Halbjahresende gilt an den Gymnasien Szenario C, was vollständiges Distanzlernen bedeutet. Ausnahme ist der 13. Jahrgang.
An der Dasseler Paul-Gerhardt-Schule ist es ruhig, nur der komplette 13. Jahrgang mit den rund 70 Schülern ist in der Schule. Große Kurse werden auf zwei Räume verteilt. Kleine Kurse werden normal unterrichtet.
So wird sichergestellt, dass die Abiturienten optimal in ihrer Vorbereitung auf die Prüfungen unterstützt werden.

Alle anderen Schüler erhalten Aufgaben und Anweisungen über das Aufgabenmodul. Die Lehrkräfte entscheiden, ob Videokonferenzen stattfinden sollen oder ob andere Aufgaben zu bearbeiten sind. Die Schüler sind aufgefordert, das Aufgabenmodul täglich einmal anzuschauen, damit sie keine Termine versäumen. Wer technische Probleme mit der Teilnahme an einer Videokonferenz hat, kann das der veranstaltenden Lehrkraft per E-Mail mitteilen. Leihgeräte wurden ausgegeben. Die Lehrkräfte stehen immer für Fragen zur Verfügung.

Schulleiter Kleiner freut sich über äußerst »kooperative Schüler«, die sich auf die Vorgaben der Lehrer einlassen. Die Schule sei technisch gut ausgestattet, die Lehrer verfügten über gute Kompetenzen auch auf digitalem Gebiet, und an der Schule herrsche eine »Kultur des gegenseitigen Unterstützens«. Auch dass die Eltern anscheinend »tiefgehendes Vertrauen« in die Arbeit der Schule hätten, erleichtere den schulischen Alltag. Sie stellten nicht alles in Frage, und so könnten die Lehrer ihre Ressourcen für Schüler und Unterricht nutzen.

Für die Lehrkräfte bedeute Unterricht auf Distanz einen erhöhten Arbeitseinsatz. Nicht im Prozess, sondern im Vorfeld müsse gut überlegt werden, ob bei den gestellten Aufgaben alle Voraussetzungen erfüllt sind, dass der Schüler die Lösung erarbeiten kann, sagt Kleiner. Andererseits sorge diese Form des Unterrichts auch für einen »fokussierten Blick« auf die Schüler. Mit hohem persönlichen Einsatz würden die Lehrer »an ihren Schülern dranbleiben«.

Den Abiturienten wolle man an der PGS das Gefühl geben, dass man alles dafür tue, dass das Abitur erfolgreich abgelegt werden kann. Auf unterschiedlichen Ebenen wird dazu auch ein Coaching-Angebot gemacht. Keiner solle sich hilflos oder allein gelassen fühlen.

Die Kinder sollen wirklich nur dann in die Notbetreuung in der Schule geschickt werden, wenn es gar keine andere Möglichkeit der Betreuung gibt, an der PGS kommen lediglich zwei Kinder. Die Schule gibt ihnen die Möglichkeit, die Aufgaben des Distanzlernens in der Schule zu erledigen. Unterstützung durch Lehrkräfte gibt es nicht.

Der Schulleiter beobachtet, dass Schüler in dieser Zeit sehr viel selbstständiger arbeiten müssen. »Das fordert sie stark.« Das situativ wechselnde Fördern und Fordern im Unterricht bleibe auf der Strecke, die Lehrkräfte konzentrierten sich darauf, grundlegende Kompetenzen in den Vordergrund zu stellen. Dass das Niveau leide, sieht Kleiner nicht.

Alle sind aufgefordert, die Kontakte so weit wie möglich zu reduzieren. Gleichzeitig müssen wichtige Prozeduren geregelt ablaufen ­– auch der Prozess der Festlegung der Halbjahresnoten. So ist das übliche Besprechen der Noten zwischen Fachlehrkräften und Schülern nur eingeschränkt möglich.
Erstmals – und hoffentlich nur diesmal – werden die Notenkonferenzen zum Halbjahr in einem anderen Verfahren durchgeführt: Die Klassenlehrkräfte werden zusammen mit den Jahrgangs-Koordinatoren die Noten, die Bemerkungen zum Arbeits- und Sozialverhalten und die Zeugnisbemerkungen bis zum 22. Januar so vorbereitet haben, dass danach Schüler- und Elternvertreter die Möglichkeit haben, sich durch Einsicht in die Unterlagen darüber zu vergewissern, dass alle Entscheidungen plausibel sind. Die sonst üblichen Notenkonferenzen entfallen.

Auch für die Ausgabe der Zeugnisse will die PGS nicht einen besonderen »Verkehr« produzieren. Deswegen werden die Zeugnisse dann verteilt, wenn der Präsenzbetrieb wieder beginnt. Sollte ein Schüler das Zeugnis eher benötigen, kann es ab dem 29. Januar in der Schule abgeholt werden. Hierfür ist telefonische Voranmeldung notwendig.

Der übliche Kennenlernnachmittag für die künftigen Viertklässler wird nicht durchgeführt werden können. An der PGS ist aber eine »digitale Pinnwand«, ein so genanntes Padlet, erarbeitet worden. Die Schule stellt sich auf dieser Pinnwand vor. Kinder und ihre Eltern können sich ganz bequem von zuhause aus virtuell in die Schule begeben. Anmeldungen nimmt die PGS bereits jetzt entgegen..."

Zum Artikel der Einbecker Morgenpost.