Neues Videotool: "Visavid" löst MS Teams an Bayerns Schulen ab

"Bayerns Schulen bekommen eine neue Videokonferenzsoftware. »Visavid« soll den digitalen Unterricht noch einfacher machen und laut Kultusministerium auch Datenschutzprobleme lösen.
»Ein wichtiger Schritt in Richtung digitaler Souveränität« - so hat das bayerische Kultusministerium den bevorstehenden Wechsel zu »Visavid« als neue Videokonferenzplattform für Bayerns Schulen beschrieben.

Nach einer Ausschreibung des Ministeriums hat das Neumarkter Unternehmen »Auctores« den Zuschlag erhalten. Seine Software »Visavid« soll ab dem kommenden Schuljahr Microsoft Teams im digitalen Schulunterricht beerben. Die bayerischen Schulen können sich bereits ab Ende April mit der neuen Videokonferenzplattform vertraut machen. Parallel läuft der Vertrag mit MS Teams bis zum Herbst weiter.

»Da wir wissen, dass aktuell manche Schulen in Bayern das MS Teams-Angebot des Kultusministeriums nutzen, haben wir den Vertrag nun bis Ende des aktuellen Schuljahres verlängert. Mit unseren beiden Videokonferenztools machen wir den Schulen ein sehr niederschwelliges und attraktives Angebot.«
Michael Piazolo (Freie Wähler), bayerischer Kultusminister

Auf Schulen zugeschnittenes Videokonferenztool 
Während Microsoft Teams als Plattform auch von Wirtschaftsunternehmen genutzt wird, soll »Visavid« mit etwas weniger Funktionen speziell auf die Bedürfnisse des digitalen Schulunterrichts zugeschnitten sein. Vor allem für jüngere Kinder im Grundschulalter sei das neue Unterrichtstool benutzerfreundlicher. So gibt es beispielsweise eine »Push-to-Talk-Funktion«, bei der das Mikrofon aller Teilnehmer grundsätzlich ausgeschaltet ist, jedoch bei Bedarf per Tastendruck kurzzeitig aktiviert werden kann. Gute Voraussetzungen also für eine geregelte Unterrichts-Kommunikation.

Eine Installation auf dem Computer ist nicht nötig. Die Schülerinnen und Schüler können sich mit beliebigen Geräten über den Internet-Browser einloggen. Und sollte einmal die Internetverbindung nicht funktionieren, besteht die Möglichkeit, per Telefonanruf an der Videokonferenz teilzunehmen.

Bedenken von Seiten des BLLV 
Der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) sieht das neue Unterrichts-Tool allerdings noch kritisch. So fehle die Möglichkeit, dort Aufgaben anzulegen und damit den Schulkindern ein digitales Klassenzimmer für nachhaltiges und kommunikatives Lernen anzubieten. Deshalb sei die Kompatibilität mit der Lernplattform »Mebis« umso wichtiger..."

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