Lernen mit App und Mediathek - Distanzunterricht in Offenbach: Wie gelingt das digitale Lehren?

"In Offenbach wird in Schulen wieder digital unterrichtet. Liegt erfolgreicher Distanzunterricht eher an engagierten Lehrkräften oder technischer Ausstattung?
Statt in den Klassenräumen werden Offenbacher Schüler seit Ende der Osterferien wieder im Distanzunterricht beschult. Für die Schüler bedeutet das, wochenweise Arbeitsunterlagen durcharbeiten, den Kontakt mit den Lehrern per Telefon- oder Videokonferenz halten. So zumindest klingt es in der Theorie – doch wie schaut es im Alltag aus? Unsere Redaktion erreichten gänzlich unterschiedliche Schilderungen von Eltern.

Gleich vorweg: In der Pandemie zeigt sich, dass die Qualität des Distanzunterrichts noch sehr viel stärker vom Engagement der jeweiligen Lehrer abhängig ist als beim Präsenzunterricht. Auch zeigt sich, dass die Vorstellungen der Eltern über die Art und Weise, wie Distanzunterricht gestaltet werden sollte, teils weit auseinandergehen.

Die einen fordern einen gänzlich auf digitale Medien ausgelegten Unterricht ein, andere sind schon glücklich, wenn die Verteilung der wöchentlichen Arbeitsblätter funktioniert und ihre Kinder einmal in der Woche mit dem Klassenlehrer für Nachfragen telefonieren können. 

Eltern sparen nicht beim Lob für engagierte Pädagogen 
Pauschalurteile aber, das betonen die Eltern, wollen sie nicht abgeben: Vielmehr seien es Stimmungsbilder, wie der Unterricht im Falle ihrer Kinder aussieht. Denn auch an Lob für besonders engagierte Pädagogen fehlt es nicht: So gebe es etwa an der Friedrich-Ebert-Schule Lehrerinnen, die persönlich bei ihren Schülern die Aufgabenblätter nach Hause bringen oder täglich am Telefon für Fragen zur Verfügung stehen, wie eine Mutter berichtet.

Auffällig ist, dass der Distanzunterricht an Gymnasien eher als problemlos beschrieben wird. Laut Stadtelternbeirat gebe es dort quasi keine Beschwerden. Anders schaut es bei den Grundschulen aus: Während einige wie etwa die Hafenschule sehr gelobt werden für den Distanzunterricht, werden andere wie die Anne-Frank-Schule oder die Grundschule Bieber als problematisch bezeichnet. So berichtet eine Mutter, dass die Lehrerin ihres Kindes auf die Frage nach mehr telefonischer Erreichbarkeit auf die ARD-Mediathek verwiesen habe, für ihr Kind gebe es schließlich Bildungsvideos, die etwaige Fragen beantworten würden.

An der Anne-Frank-Schule hat eine Mutter selbst Gruppenunterricht mit dem Konferenzprogramm Teams organisiert, damit die Kinder in klassenähnlicher Atmosphäre arbeiten können. „Wir Eltern sind jetzt seit zwölf Monaten als Hilfslehrer im Einsatz – ob wir das wollten, wurden wir nicht gefragt. Es muss endlich eine vernünftige Lösung für unsere Kinder her“, sagt sie..." 

Zum Artikel auf op-online.de.