Homeschooling, Woche acht: Liebe Mütter, bitte zum Diktat!

Deutlich mehr Mütter als Väter reduzieren ihre Arbeitszeit, damit ihre Kinder nicht den Anschluss verlieren. Besonders in Coronazeiten, aber nicht nur. Warum ist Schule in Deutschland bis heute Muttersache?
Wer Kinder hat, kann sich noch gut an deren Einschulung erinnern. Voller Rührung und Vorfreude blickte man auf diese kleinen Menschen mit den großen Ranzen am Beginn eines neuen Lebensabschnitts. Keine Mutter hat damals geahnt, dass sie ab März 2020 in Vollzeit als Lehrerin arbeiten würde, leider ohne Bezahlung oder gar Beamtenstatus, sondern zu Hause während ihrer normalen Arbeitszeit.

Willkommen in den nie enden wollenden Corona-Ferien, die Eltern an den Rande des Nervenzusammenbruchs treibt und in denen sich zeigt, dass Mütter zu den größeren Verlierern der Krise gehören. Nicht nur im normalen Alltagsleben, sondern insbesondere im Ausnahmezustand leisten sie den Großteil der Fürsorgearbeit. Die meisten von ihnen übernehmen jetzt zusätzlich das Homeschooling, doch das kostet Zeit und Kraft.

Eine aktuelle Umfrage der Hans-Böckler-Stiftung belegt, dass in der Krise mehrheitlich Mütter ihre Arbeitszeit reduzieren oder sich freistellen lassen. Damit riskieren Frauen nicht nur berufliche Nachteile, sondern laufen schneller Gefahr, bei der nächsten Kündigungswelle ihren Job zu verlieren. 

Die vielen tollen Väter, die sich genauso einbringen, bekommen an dieser Stelle Szenen-Applaus und müssen keinen Leserbrief schreiben. Noch seid ihr in der Minderheit, aber ihr habt eine wichtige Vorbildfunktion...

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