Große Umfrage der Landesschülervertretung des Saarlandes: So geht es Saarlands Schülern während des Lockdowns

"Die Landesschülervertretung des Saarlandes hat gemeinsam mit dem saarländischen Bildungsministerium die Ergebnisse einer Umfrage unter mehr als 5500 Saar-Schülern zur Situation im Lockdown veröffentlicht.
Die Landesschülervertretung des Saarlandes hat Anfang Februar eine Umfrage unter mehr als 5 500 Schüler aller Jahrgangsstufen, Schulformen und Landkreise zur Situation der Schüler während des Lockdowns durchgeführt. Dabei standen laut Angaben der Schülervertetung der Distanzunterricht und seine Bewertung durch die Schüler im Mittelpunkt. »Die Ergebnisse bestätigen, dass es einer großen Zahl an Kindern und Jugendlichen während des Lockdowns und der Schulschließungen nicht gut geht«, erklärte Saarlands Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot. »Viele fühlen sich schulisch und persönlich abgehängt, auch weil digital gestütztes Lernen zuhause den Präsenzunterricht und das gemeinsame Lernen in der Schule nicht ersetzen kann«. Fast zwei Drittel der Befragten wünschten sich die Rückkehr in den Präsenzunterricht. 

Die Ergebnisse im Überblick: 

1. Mangelndes Wissen erschwert selbstständiges Arbeiten 
Als problematisch beim Fernunterricht wird laut Umfrage vor allem der selbst wahrgenommene Mangel an Wissen als Voraussetzung für das selbstständige Arbeiten an Aufgaben gesehen. Das gaben insgesamt rund 35 Prozent der Befragten an. Unter den befragten Schülern der Oberstufengymnasien wird der Mangel an Wissen als besonders problematisch wahrgenommen. Hier gaben 48 Prozent an, aus diesem Grund Probleme zu haben. Das Einhalten von Abgabefristen bewerten knapp 32 Prozent als problematisch. An Gemeinschaftsschulen benennen 38 Prozent der befragten Schüler das Einhalten von Abgabefristen als größte Herausforderung. 

2. Ein Drittel der Befragten fühlt sich im Fernunterricht abgehängt 
Die Umfrageergebnisse zeigen, dass viele Schüler das Gefühl haben, im Unterricht abgehängt zu sein: Knapp ein Drittel der Schüler gab an, sich im Fernunterricht abgehängt oder eher abgehängt zu fühlen. Rund 28 Prozent der Befragten sorgen sich um ihre Schulnoten, fast 27 Prozent haben die Sorge, in der Schule abgehängt zu werden. »Insgesamt gab es für uns keine großen Überraschungen. Ganz im Gegenteil, wir sehen uns in unseren Forderungen sogar noch bestärkt. Dass noch nicht einmal die Hälfte der befragten Schülerinnen und Schüler angab, dass sie im Unterricht gut mitkommen, ist ein echtes Problem«, erklärte Landesschülersprecher Lennart-Elias Seimetz. »Umso wichtiger ist es, die Schülerinnen und Schüler bei ihrem aktuellen Lernstand abzuholen und aufzufangen. Hier wird viel Förderung und Unterstützung notwendig sein.« Insbesondere die Selbsteinschätzung, inwiefern die Schüler durch den Onlineunterricht etwas lernen, sei laut der Umfrage wichtig für ihr Wohlbefinden. Je geringer der Lernerfolg eingeschätzt wird, desto niedriger ist das Wohlbefinden. Ein deutlich positiver Effekt war auch bei den Schülern zu sehen, die angaben, dass aus ihrer Sicht die Lehrer kompetent im Umgang mit dem Online-Unterricht seien. 

3. Schrittweiser Einstieg in den Präsenzunterricht wird befürwortet 
Knapp ein Viertel der Befragten spricht sich dafür aus, dass ausschließlich Unterricht in der Schule stattfinden soll. Gleichzeitig favorisieren 37 Prozent eine Mischung aus Online- und Präsenzunterricht, 39 Prozent der befragten Schüler wünschen sich alleinigen Fernunterricht. »Der Einstieg in den Präsenzunterricht sollte deshalb stufenweise und mit Wechselmodellen erfolgen«, so Seimetz: »Dass gerade Schülerinnen und Schüler der Oberstufe vermehrt über Probleme im Fernunterricht klagen, unterstreicht gleichzeitig, wie wichtig es ist, die abiturrelevanten Stufen möglichst schnell wieder in die Schulen zu holen.«..."

Zum Artikel der Saarbrücker Zeitung.de.