Die große Einwilligungs-Lüge

"Die juristische Idee vom autonomen Datenbürger ist in der täglichen Online-Praxis reine Fiktion. Die meisten Nutzer sind schlecht informiert und überfordert. Das zeigt der Umgang mit Tracking-Cookies.
Wer im Internet unterwegs ist, muss auf nahezu jeder Website zustimmen, dass der Betreiber seine Daten nutzt. Seit der Einführung der Datenschutzgrundverordnung ist bei den Anbietern die Angst vor hohen Bußgeldern gestiegen - und mit ihr die Zahl der Klickfenster. Oft geht es um Tracking-Cookies: Diese winzigen Textdateien ermöglichen es Webservern, einen User wiederzuerkennen und so etwa personenbezogene Daten über Interessen, Präferenzen oder Gewohnheiten zu sammeln und für Werbe- und Verkaufszwecke zu nutzen.

Hinter dieser Praxis steht der Grundsatz »notice-and-consent«, also Hinweis und Einverständnis. Er ist letztlich eine Entscheidungsfiktion, manche Kritiker sprechen sogar von »der größten Lüge im Internet«. In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Allensbach etwa gaben 77 Prozent der Befragten an, sie hielten es für sinnlos, Datenschutzbestimmungen zu lesen. Sie müssten ihnen ohnehin zustimmen, wenn sie Internetdienste wie Facebook oder Whatsapp nutzen wollten. Viele User schätzen die Vorteile, die sie dadurch erhalten, dass sie ihre Daten preisgeben, höher ein als die Risiken für ihre Privatsphäre..."

Zum Artikel auf Süddeutsche Zeitung.de.