Digitales Lernland Österreich

"Wenn es um neue und kreative Online-Lernformate geht, sind österreichische ­Unternehmen an vorderster Front mit dabei. Unterschiedliche Zielgruppen werden ­angesprochen und auch die Ansätze sind verschieden. 
»Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir« heißt ein 2.000 Jahre altes Zitat des Philosophen Lucius Annaeus Seneca. Im Jahr 2022 könnte man es etwas umformulieren und daraus «Nicht in der Schule, sondern online lernen wir« machen. Denn, digitale Lernplattformen werden weltweit immer beliebter und Österreich kommt durchaus eine Vorreiter-Rolle zu, was die Entwicklung von kreativen Plattformen betrifft. Besonders durch die bereits über zwei Jahre andauernde Corona-Pandemie hat sich ein großer Teil unserer Arbeits- und Lernwelt in das Internet verlagert. Jours fixes und Abteilungssitzungen werden über Zoom von zu Hause aus abgehalten, Kinder machen ihre Hausübungen über Tablets und Laptops und so manche Studierende haben bis vor kurzer Zeit noch keinen Hörsaal aus der Innenperspektive betrachten können, da Vorlesungen und Seminare über Online-Anwendungen abgehalten wurden und fallweise auch weiterhin werden. Viele Unternehmen und so manche Universität erlebten einen Digitalisierungsschub, der wohl ohne Pandemie nicht in dieser Form und Geschwindigkeit gekommen wäre. Ungebunden von Ort und manchmal auch Zeit entstand eine neue Arbeitsrealität, die sich auch E-Learning-Lernplattformen zunutze machen. Die Popularität steigt und ebenso steigen die Bedürfnisse nach Online-Unterstützung. 

Ein Start-up mit drei Milliarden an Wert 
Eine erste Lernmaschine erblickte schon lange vor der Erfindung des Internets das Licht der Welt. Der italienische Ingenieur Agostino Ramelli erfand zum Ende des 16. Jahrhunderts eine Maschine mit einem Leserad, die es ermöglichte, auf unterschiedliche Literatur mit wenig Aufwand zurückzugreifen zu können, und man sich somit Wege in der Bibliothek ersparte.

Formen von computergestütztem Lernen wurden hingegen erstmalig in den 1970er-Jahren entwickelt und getestet. Beide Formen haben natürlich wenig mit den heutigen Plattformen gemein. Eines der erfolgreichsten Unternehmen der Branche kommt aktuell aus Österreich, die 2016 in Wien von Felix Ohswald und Gregor Müller gegründete Nachhilfe-Plattform GoStudent ist drei Milliarden Euro Wert und wächst stark.

Das Erfolgsrezept ist einfach, aber gut durchdacht. Nachhilfelehrer und Nachhilfesuchende werden via Live-Videogespräch zueinander gebracht. Gelernt werden können alle gängigen Schulfächer und daher erstreckt sich die Zielgruppe auf alle Schülerinnen und Schüler. Rund 1,5 Millionen Lehreinheiten zu je 50 Minuten werden in 22 Ländern monatlich gebucht, wie das Unternehmen bekannt gibt. Im Jänner 2022 konnte das Start-up 300 Millionen Euro an Risikokapital durch Investoren einsammeln. Ein höheres Investment wurde in Österreich zuvor noch nie aufgenommen, wie vonseiten von GoStudent betont wird. Und GoStudent investiert selbst. Die Lernplattformen Seneca Learning aus Großbritannien und Tus Media wurden erst kürzlich übernommen. »Das Bildungswesen hat sich rasant verändert. Es gibt eine große Chance, wie Schülerinnen und Schüler auf der ganzen Welt lernen, durch den Zugang zu hochwertiger Bildung zu verändern. Wir freuen uns sehr über die Unterstützung neuer und bestehender Investoren, die Bildung weltweit zu revolutionieren«, sagt Felix Ohswald ..."

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