Zukunftsorakel für die Lehre

Der Horizon Report der amerikanischen Non- Profit-Organisation EDUCAUSE untersucht jährlich Veränderungen des Hochschulsystems und aktuelle Entwicklungen des Lehrens und Lernens. In der Ausgabe für das Jahr 2020 beurteilten Hochschul- und Didaktik-Expert*innen aus aller Welt über 130 Technologien und Methoden daraufhin, wie wichtig sie für die Hochschullehre der Zukunft sein werden. Die folgenden sechs entpuppten sich als Favoriten:

  1. Adaptives Lernen: Adaptives Lernen verwendet Computeralgorithmen, um Ler- nenden maßgeschneiderte Ressourcen und Lernaktivitäten zu liefern. So werden individuelle Bedürfnisse berücksichtigt.

  2. Künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen: Die beiden Techniken könnten vor allem in Lernmanagement- systemen (LMS), Studenteninformationssystemen (SIS), Büroanwendungen, Bibliotheks- und Zulassungsdiensten eingesetzt werden. Künstliche Intelligenz unterstützt auch Testgenera- toren, Plagiatserkennungssysteme oder Produkte zur Barrierefreiheit.

  3. Analyse des Studienerfolgs: Hochschulen setzen viel daran, den Erfolg ihrer Studierenden zu fördern. Daher werden in Zukunft Werkzeuge immer wichtiger, die den Lernfortschritt der Studierenden messen, Daten sammeln, analysieren und dokumentieren.

  4. Lerndesign - die Lernenden im Mittelpunkt: Großes Potenzial sieht der Horizon Report in Techniken und Tools, die Lerndesigns und studierendenzentrierte Lernumgebungen unterstützen – auf dem Campus und online.

  5. Open Educational Resources: Damit sind Materialien für das Lehren und Lernen gemeint, die ohne Kauf- oder Lizenzgebühren frei verfügbar sind. Sie unterstützen den Zugang zu Bildung und vermindern digitale Ungleichheiten.
  6. XR-Technologien: Augmented, Virtual und Mixed Reality sowie haptische Verfahren. Hochschulen experimentieren derzeit mit XR-Technologien im Lehrplan. Noch gibt es Hürden: Die Ausrüstung ist teuer und die Erstellung der Inhalte aufwendig.

Quelle: futur-Magazin der FH St. Pölten 

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