Universität in Zeiten von Corona: Präsenz bleibt die Ausnahme

"Der Streit um digitale Lehre am Beispiel der Humboldt-Uni: Verfechter der »Gemeinschaft der Lehrenden und Lernenden« auf dem Campus haben schlechte Aussichten. 
»Was wir schaffen, ist Wissensvermittlung. Was wir nicht schaffen, ist Universität als Lebensraum.« So fasst Martin Heger, Dekan der Juristischen Fakultät der Humboldt-Universität, die Ausgangslage vor einem weiteren Digitalsemester zusammen. Und plädiert dafür, ab dem Herbst »stark auf Präsenz zu setzen«. Denn die Studierenden bräuchten den Kontakt untereinander ebenso wie mit den Hochschullehrenden. 

»Die Interaktion unter den Studierenden und mit den Studierenden bereichert beide Seiten – und das geht zunehmend verloren«, kritisiert Heger. »Ohne die Gemeinschaft der Lehrenden und Lernenden gibt es keine Universität.« 

Damit bringt Heger ein in den vergangenen Monaten häufig zu hörendes Argument für ein möglichst »normales« Wintersemester auch unter den Bedingungen der Pandemie auf den Punkt. Am Beispiel der Humboldt-Uni lässt sich jedoch zeigen, an welche Grenzen die Pro-Präsenz-Fraktion der Lehrenden und Studierenden stößt. 

Dem Berliner Jura-Dekan reicht es auch nicht, dass Unileitungen in ihren Pandemiestäben Präsenzangebote für kleinere Seminare, Arbeitsgruppen und Tutorien planen. Vorlesungen sollen demnach weiterhin digital angeboten werden. Das würde die Professorinnen und Professoren aus dem Miteinander ausschließen, warnt Heger. 

Deshalb macht er sich gemeinsam mit seiner Fakultät für ein »rollierendes System« bei den Vorlesungen stark: Statt 450 Studierenden würden nur 150 im Hörsaal unterrichtet, etwa in den wöchentlich drei Einführungsvorlesungen zu Öffentlichem Recht, Strafrecht und Zivilrecht..."

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