Corona-Krise: Jede Menge Zeit für Schul-Experimente!

"Die Kultusminister haben am Dienstag klargestellt, dass es bis zu den Sommerferien keinen normalen Unterricht für alle Klassen geben wird. Denkbar sei lediglich, Unterricht in den Schulen tageweise oder wochenweise anzubieten.
Ich könnte jetzt lange darüber lamentieren, was die Schülerinnen und Schüler in den letzten Wochen alles verpasst haben, warum die Schulen so schlecht ausgerüstet sind und die Lehrkräfte digital kaum etwas anbieten. Aber Schwamm drüber - oder, um es mit einer von Deutschlands prominentesten Schulforscherinnen Birgit Eickelmann zu sagen - jetzt geht es darum, einfach mal zu machen. Und dabei auch jede Menge neue Dinge auszuprobieren.

Keine Rundum-Versorgung, keine Elternabende
Nein, Unterricht wird bis zu den Sommerferien nicht viel mit dem zu tun haben, was wir gewöhnt sind. Keine Rundum-Versorgung, kein Frontal-Unterricht, keine Fächer-Vielfalt, keine Projekte, keine Elternabende, auf keinen Fall Ausflüge und Wandertage. Dafür viel Abstand, Desinfektionsmittel und Masken. Klingt erstmal gewöhnungsbedürftig!

An viele neue Dinge gewöhnen
Trotzdem werden alle Kinder und Jugendlichen lernen, alleine, zu Hause, in der Schule, digital mit ihrer Lerngruppe, mit Stift und Zettel, Laptop und Büchern. Je nach Möglichkeiten und nach Ausstattung. Sie werden hoffentlich zumindest in den Hauptfächern Deutsch, Mathe und Englisch den Jahresstoff mitnehmen. Sie werden sich an ganz viel neue Dinge gewöhnen, aber sie bleiben auf dem Laufenden. Und wenn es ganz gut läuft, gelingt es, auch einige Kinder und Jugendliche ins Boot zu holen, die keine engagierten Eltern haben und die in den zurückliegenden Wochen keinen oder kaum Kontakt zu ihren Lehrkräften hatten.

Langsam anfangen, dann aufstocken
Die Kultusminister folgen im Großen und Ganzen den Vorschlägen der Experten des Leopoldina-Papiers, das vor einigen Wochen vorgelegt wurde. Langsam anfangen, erstmal die Abschluss-Klassen unterrichten, kleine Lerngruppen, und dann aufstocken. Und immer wieder schauen, wie der Stand der Forschung und wie die Infektionszahlen sind..."

Zum Kommentar von Verena Gonsch, NDR.de