Piazolo sieht Handy-Streit an Bayerns Schulen gelöst
Nach dem Beschluss des Landtags zur Lockerung des Handyverbots an Bayerns Schulen sieht Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) den langjährigen Streit endlich gelöst.
Nach dem Beschluss des Landtags zur Lockerung des Handyverbots an Bayerns Schulen sieht Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) den langjährigen Streit endlich gelöst.
Corona hat es gezeigt: Schulen liegen in der Digitalisierung zurück. Das Smartphone ist bei Schülern wie Lehrern trotzdem schon seit langer Zeit Alltagsbegleiter. Doch in der Schulzeit ist nicht alles mit dem Handy erlaubt. Auf welche Regeln es für Schüler und Lehrer ankommt, zeigen wir dir.
Es beschäftigt Lehrkräfte wie Eltern - und vor allem natürlich die Kinder: das Smartphone. Die einen sehen es als wertvolle Bereicherung zur Wissensvermittlung, die anderen als Unterrichtszerstörer.
Auch die Lehrergewerkschaft greift das Thema auf und fordert zumindest »handyfreie Zonen« in den Schulen. Die deutsche Medienpädagogin Iren Schulz plädiert für einen entspannteren Umgang mit den Handys und klare Regeln.
"Handys in der Schule sind ein Dauerstreitthema. Während einige Lehrer ein landesweites Verbot fordern, setzen andere Smartphones gezielt im Unterricht ein. Sogar Musik darf damit gehört werden. Wie unterschiedlich das aussehen kann, zeigen Besuche bei zwei Schulen in Münster."
"Die Schulpolitik war schon immer anfällig für gesellschaftspolitische Moden. Das ist beim Thema Digitalisierung nicht anders. Die Eltern arbeiten sich an dem Widerspruch zwischen schlechtem Gewissen und guten Vorsätzen ab."
Während deutsche Minister und Lehrkörper von der Digitalisierung der Klassenzimmer reden, schicken die Leute im Silicon Valley ihre Kinder auf Smartphone-freie Schulen. Ist das sinnvoll?
"Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) hat sich gegen ein Handyverbot an Schulen nach französischem Vorbild ausgesprochen. In Deutschland habe man gute Erfahrungen »mit dem differenzierten Umgang mit Handys gemacht«, sagte sie den Zeitungen des RedaktionsNetzwerks Deutschland. Anfangs habe es auch hierzulande Handy-Ordnungen und -Verbote gegeben.
"Die Zeiten ändern sich, das Bildungssystem hat Mühe, Schritt zu halten: Während Handys heutzutage für die meisten Schüler zum Alltag gehören, sind sie zumindest während des Unterrichts in den meisten Schulen tabu. In Deutschland regeln das die Schulgesetze der Länder oder individuell die Schulen in ihren jeweiligen Hausordnungen. Mit einer Ausnahme: Bayern."
"Konzentrationsstörungen, verkürzte Aufmerksamkeitsspanne, Abstumpfung gegenüber Gewalt und Pornografie: Die Liste der Vorwürfe und Vorbehalte gegenüber Handy und Internet ist lang. In Bayern gilt deshalb - anders als in anderen Bundesländern - ein grundsätzliches, gesetzlich verankertes Handyverbot an Schulen. Das bedeutet, die Geräte müssen ausgeschaltet werden, es sei denn die Lehrkraft erlaubt eine Ausnahme."
"Ist das absolute Handyverbot in Schulen noch zeitgemäß? Künftig könnten bayerische Schulen womöglich freier entscheiden, wie sie damit umgehen. Doch im Landkreis Pfaffenhofen halten die meisten Schulleiter von einer Aufweichung des Verbots sehr wenig. Und bekommen sogar Rückenwind von den Schülern, die einer zu freien Handhabe auch skeptisch gegenüber stehen."