Corona-Krise: In Deutschland formiert sich eine Schulstreik-Bewegung

"Wochenlang waren die Schulen überall in Deutschland wegen der Corona-Krise geschlossen. Nun sollen sie nach und nach wieder geöffnet werden. Das stößt auf Kritik und hat eine Schulboykott-Bewegung ausgelöst.
Den Ausgang nahm die Bewegung in Nordrhein-Westfalen, und zwar nicht zufällig. Denn vor allem Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat immer wieder auf einer Diskussion über Lockerungen der verschiedenen Corona-Beschränkungen bestanden. Im Deutschlandfunk erinnerte Laschet gestern daran, dass die Nationalakademie Leopoldina vor einer Woche die Öffnung aller Schulen bis zur zehnten Klasse vorgeschlagen hatte.

Aus #SchulboykottNRW wird #SchulboykottDE
Bei Twitter organisierte sich der Protest daher zunächst unter den Hashtag #SchulstreiksNRW und #SchulboykottNRW. Innerhalb weniger Tage weitete sich die Bewegung auf ganz Deutschland aus. Die Diskussion wird unter #SchulstreiksDE und #SchulboykottDE geführt.

Die »Grüne Jugend« beteiligt sich an der Diskussion mit dem Tweet: »Mann, der sich nicht mal einen Mundschutz richtig aufziehen kann, erzählt jetzt den Schüler*innen, wie sie sich in der #Coronakrise verhalten sollten & zwingt sie zum Schulbesuch.« Die Jugendorganisation von Bündnis 90/Die Grünen spielt damit auf Bilder an, die Laschet vor Tagen beim ungeschickten Umgang mit einer Mund-Nase-Maske zeigten.

»Fridays for Future Germany« rief ebenfalls zum Boykott auf und insbesondere, am kommenden Freitag, dem 24. April, wieder für das Klima zu streiken. Der Tweet von »Fridays for Future« lautet: »Der Gesundheitsexperte ArminLaschet will die Schulen in NRW nächste Woche öffnen – was die Leute davon halten, seht ihr ja unter #SchulboykottNRW. Wir sagen: Bleibt am 24.04 zuhause, schützt eure Mitmenschen & macht beim #NetzstreikFürsKlima mit! So bekämpfen wir beide Krisen.« 

Inzwischen haben sich auch Schulleiterinnen und Schulleiter in Nordrhein-Westfalen zu Wort gemeldet. Sie wenden sich in einem Offenen Brief gegen den schrittweisen Unterrichtsbeginn ab dieser Woche. Die Schulleitungsvereinigung NRW, in der nach eigenen Angaben rund 800 Rektorinnen und Rektoren vernetzt sind, warnte, dass dafür an den meisten Standorten weder die räumlichen noch die personellen Voraussetzungen gegeben seien. Viele Schulträger hätten schon unter normalen Alltagsbedingungen mit den Rahmenbedingungen für Sauberkeit und Hygiene ihre Schwierigkeiten..."

Zum Artikel auf Deutschlandfunk.de.